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Nevermore sind zurück: Zwischen Vermächtnis, Fanliebe und neuer Energie
Es gibt Bands, die verschwinden nicht einfach. Sie hinterlassen eine Leerstelle. Nevermore gehören in diese Kategorie. Für viele Fans war die Band nie nur ein Name in der Metal-Geschichte, sondern ein eigener Kosmos: technisch anspruchsvoll, emotional aufgeladen, düster, eigenwillig, unverwechselbar. Und untrennbar verbunden mit der Stimme von Warrel Dane, dessen Tod das Kapitel Nevermore für viele abgeschlossen wirken ließ. Umso größer war die Überraschung, als Nevermore wieder auftauchten. Nicht als nostalgische Fußnote, sondern als Band, die wieder auf Bühnen steht, Songs spielt und an neuer Musik arbeitet.
Für unsere neue Folge von Thicker Than Blood haben wir drei Musiker der aktuellen Nevermore-Besetzung getroffen: Berzan, Semir und Jack. Das Gespräch fand im Rahmen der Europatour beim Backstage Free & Easy in München statt – unter widrigen Umständen. Der Tourbus hatte auf der Strecke von Zürich nach München den Geist aufgegeben und lange war nicht klar, ob Interview und Show überhaupt wie geplant stattfinden können. Am Ende saßen wir trotzdem im Nightliner.
Die neuen Musiker wirkten dabei nie wie Leute, die einfach einen Job angenommen haben. Sie wirken wie Fans, die plötzlich in ihrer eigenen musikalischen Biografie stehen. Bei Nevermore ist das entscheidend. Denn diese Band hat ein Erbe, das schwer wiegt. Warrel Dane war kein austauschbarer Sänger, sondern eine prägende Figur: stimmlich, textlich, atmosphärisch. Wer heute Nevermore-Songs singt, steht nicht nur vor einer technischen Aufgabe. Er muss mit Erwartungen, Erinnerungen und Emotionen umgehen.
Berzan spricht im Interview offen darüber: Warrel Dane sei ein großer Einfluss gewesen – nicht nur auf seinen Gesang, sondern auch auf sein Schreiben. Gleichzeitig macht er klar: Es geht nicht darum, Warrel zu imitieren. Es geht darum, den Songs gerecht zu werden und trotzdem eine eigene Stimme einzubringen. Jack, der neue Gitarrist, spricht im Interview über die besondere Situation, neben Jeff Loomis zu spielen. Loomis ist für viele Gitarristen eine Koryphäe – nicht nur wegen seiner Technik, sondern wegen seines Sounds, seines Songwritings und seiner Rolle für den modernen, progressiven Metal. Umso schöner ist der Moment, in dem Jack erzählt, wie Jeff ihm Soloparts überlassen hat – und wie die anderen ihn im Gespräch direkt bestärken.
Diese Episode ist kein Promo-Interview. Sie ist auch kein Konzertbericht. Sie ist eine Momentaufnahme: drei Musiker im Tourbus, eine Band zwischen Vergangenheit und Zukunft, ein Konzert in München und die Frage, warum manche Musik nach Jahren noch so viel auslösen kann. Für Georg war der Abend sehr persönlich. Nevermore sind für ihn seit Jahren eine maximal wichtige Band. Und plötzlich sind sie wieder da.
















Bilder: Moni @photo.mouse.munich / Thicker than blood
Nevermore – Musikerliebling, Kultband, Comeback 2026
In dieser Folge von „Thicker than blood“ nehmen wir Nevermore auseinander – nicht als „Geheimtipp“, sondern als Band, die in Proberäumen und Backstages einen fast mythischen Ruf hat. Warum feiern so viele Musikerinnen und Musiker die Riffs von Jeff Loomis, die dunkle Intensität von Warrel Dane und dieses spezielle Songwriting zwischen Thrash, Prog und Melodie? Dazu erzählen wir die Geschichte von den Sanctuary-Wurzeln über die Diskografie und die Auflösung bis zur Reunion mit neuem Line-up: Loomis und Van Williams beleben Nevermore 2026 wieder, mit Berzan Önen als neuem Sänger, Labeldeal und ersten Shows.
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